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06-04-21

Schnelltests im Betrieb: „Eine tolle Sache“

Seit Ende März können sich unsere Beschäftigten an den deutschen Standorten einmal pro Woche kostenlos auf eine Covid-19-Infektion testen lassen. Die freiwilligen Schnelltests führen medizinische Fachangestellte durch.

Mithilfe eines großen Wattestäbchens wird ein Abstrich aus Nasen- und Rachenbereich gemacht. Das Testergebnis liegt nach etwa 20 Minuten vor. Pro Tag werden pro Standort bis zu 80 Beschäftigte getestet. Die Resonanz nach den ersten Tagen ist sehr gut – alle Testergebnisse waren negativ.

„Dass KIRCHHOFF Automotive das anbietet, finde ich sehr schön und auch ganz wichtig. Das Angebot nutze ich gerne und habe mich schon für die nächsten Male angemeldet“, sagt Margarete Baumgarten aus der Materialdisposition in Attendorn.

Dass das Unternehmen die Tests kostenlos anbietet, ist auch für Christian Piccari, Leiter Sales bei WITTE Tools in Hagen, eine tolle Sache. „Außerdem geht das unbürokratisch und schnell. Die hohe Nachfrage nach Tests sieht man auch gerade wieder an dem Hype in Drogeriemärkten, wo sie sofort ausverkauft sind“, sagt er.

„Ich finde das eine super Idee, dass man das hier freiwillig machen kann“, sagt Ahmet Saygin, Staplerfahrer in Iserlohn. Für ihn war es der erste Test. „Es war gar nicht schlimm. Nächste Woche mache ich noch einen Test – sicher ist sicher.“

Die Kosten für den Test und die Durchführung übernimmt das Unternehmen. Die Mitarbeitenden stellen ihre Zeit zur Verfügung. Da die Tests neben den künftigen Impfungen den größtmöglichen Schutz gegen eine weitere Ausbreitung des Virus darstellen, wünschen sich Geschäfts- und Personalleitung, dass möglichst viele Kolleginnen und Kollegen das Angebot annehmen.


01-04-21

Mathe muss nicht trocken sein

Das können Schülerinnen und Schüler aus der Region Siegerland – Olpe – Wittgenstein in dem Projekt DigiMath4Edu erfahren. Die Fachgruppe für Mathematikdidaktik der Universität Siegen hat das Projekt gestartet. KIRCHHOFF Automotive ist eines der Unternehmen, die dieses unterstützen und fördern.

3D-Druck Tablets, VR- und AR-Anwendungen – mit diesen Mitteln kann man Mathematik anschaulich und interessant vermitteln. Wie das geht? Das zeigen speziell von der Universität Siegen ausgebildete Unterrichtsassistentinnen und -assistenten den Lehrkräften an fünf Schulen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe, die sich seit Februar 2021 an dem Projekt DigiMath4Edu beteiligen. In den durch die Corona-Pandemie geprägten schwierigen Zeiten ist dies ein wichtiger Impuls für (digitale) Bildung.

Mit Berufsorientierungstagen und Workshops zum Themen wie CAS-Systemen, Programmieren/Optimieren, Smartboard & Co, AR und VR können sich Unternehmen an dem Projekt beteiligen. KIRCHHOFF Automotive wird im ersten Projektjahr Workshops am Rivius Gymnasium in Attendorn anbieten. Die konkreten Planungen dafür beginnen im Mai 2021.

Das Projekt DigiMath4Edu wird im Rahmen der Südwestfalen REGIONALE 2025 gefördert.

Mehr lesen Sie in einer Pressemitteilung der Universität Siegen unter: https://www.uni-siegen.de/start/news/oeffentlichkeit/931658.html


26-02-21

Nachruf Josef Groß

Wir trauern um unseren ehemaligen Geschäftsführer Herrn Dipl.- Ing. Josef Groß, der am 16. Februar 2021 im Alter von 85 Jahren verstorben ist.

Nach der Lehre und Gesellenzeit als Werkzeugmacher in Wilhelmshaven und Ingenieurstudium in Berlin, hat Josef Groß zunächst bei Olympia in Wilhelmshaven und Keiper-Recaro in Remscheid und Rockenhausen gearbeitet.

Seit 1986 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2000 war Josef Groß Geschäftsführer der damaligen M. Kutsch GmbH in Attendorn. Ebenso verantwortete er die Geschäftsleitung der damals zur Firmengruppe gehörenden Firmen Sigro in Olpe und Letterkenny in Irland sowie Gametal in Portugal. Wir erinnern uns auch an seine Reisen nach Brasilien und Mexiko, bei denen er mit Wolfgang und Arndt G. Kirchhoff die Grundsteine für unsere Aktivitäten in Mittel- und Südamerika legte. Besonders am Herzen lagen Josef Groß unsere Markteintrittsüberlegungen in die Mittelosteuropäischen Länder nach dem Fall der Mauer.

Die Entscheidung für den Aufbau unserer Werke in Polen und die Zusammensetzung des Führungsteams, von dem heute noch viele aktiv bei uns sind, war für ihn sicher das einschneidendste Erlebnis in seinem Berufsleben.

Josef Groß hat mit seinen Entscheidungen und Fähigkeiten die Entwicklung der gesamten KIRCHHOFF Gruppe maßgeblich geprägt. Sein Wirken in den Details der umformtechnischen Produkte und Prozesse sowie der Entwicklung der dazu notwendigen Fügetechniken, bildeten das solide Fundament, auf dem wir unser mittlerweile globales Unternehmen aufbauen konnten. Aus gesundheitlichen Gründen übergab er 1999 die operativen Tätigkeiten aus der Geschäftsführung an seinen Nachfolger, Stefan Leitzgen.

Wirtschaftlicher, technischer und menschlicher Weitblick zeichneten ihn aus und machten ihn so zu einem geschätzten Vorgesetzen und Kollegen.

Wir werden Josef Groß in ehrenvoller Erinnerung behalten.

Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie.


27-11-20

Schon über 5.000 Bäume gepflanzt

– und es werden immer mehr! Nach Iserlohn und Osterholz-Scharmbeck fand am 21. November in Attendorn die dritte KIRCHHOFF Culture Life Baumpflanzaktion statt. Ursprünglich war das Event als Mitarbeiteraktion geplant. Wegen des Corona-Teillockdowns hatte die örtliche Baumschule Küch jedoch das Setzen von 1785 Forstpflanzen in Stadtwald Attendorn übernommen.

Im Beisein von Christian Pospischil, Bürgermeister der Stadt Attendorn, dem Vorsitzenden des Beirats der KIRCHHOFF Gruppe Arndt G. Kirchhoff, dem Geschäftsführer der KIRCHHOFF Automotive Deutschland GmbH Thorsten Cramer und dem Initiator des Projekts Thomas Kirchhoff (Kulturbeauftragter der KIRCHHOFF Gruppe) wurden Bäume für die Zukunft gepflanzt, die gut für die veränderten klimatischen Bedingungen geeignet sind. Darunter sind 800 Rotbuchen, 200 Stieleichen, 200 Hainbuchen, 100 Winterlinden, 400 Bergahorn und 50 kalifornische Mammutbäume. Gepflanzt wurde an der L697 von Attendorn nach Helden, Abzweig Berlinghausen.

Bürgermeister Christian Pospischil und Amtsleiter Ludger Gabriel von der Stadtverwaltung Attendorn zeigten sich begeistert von dieser nachhaltigen Idee und freuten sich über den Zuwachs von 1785 Bäumen im Attendorner Stadtwald: „Vor allem für die Kommunen sind die Auswirkungen des Klimawandels wie auch die Ergebnisse erfolgreicher Schutzmaßnahmen und zukunftsgerichteter Investitionen direkt spürbar und erlebbar. Wir bedanken uns bei der KIRCHHOFF Gruppe für diesen wertvollen Beitrag in Sachen Klima- und Umweltschutz.“

Nach und nach werden an nahezu allen Standorten der KIRCHHOFF Gruppe weltweit 1785 Bäume gepflanzt. Die Zahl ist angelehnt an das Gründungsjahr der Iserlohner Firma Stephan Witte & Comp., die das Stammhaus der KIRCHHOFF Gruppe ist.

Bereits 5.355 Bäume wurden in Iserlohn (07. November), Osterholz-Scharmbeck (14. November) und nun Attendorn (21. November) gepflanzt. Weitere Pflanzungen folgen am 28. November in Mainz und 2021 an Standorten in Polen, Frankreich, Italien, Ungarn, Portugal und Rumänien. 


21-09-20

Office Management: 100% Digital

Auch bei KAPS in der Verwaltung hält die Digitalisierung immer mehr Einzug: Mit Hilfe von digitalen Plattformen haben wir in unseren KAPS Tools eine neue Methode für das Office Management (OM) eingeführt. Dieses trägt auch der kontinuierlichen Verbesserung Rechnung.

In der Verwaltung nutzen wir häufig Tabellenkalkulationsprogramme für die Dokumentation und Analyse von Informationen. Sie ermöglichen eine schnelle Visualisierung, einfache Verwaltung und Dokumentation der Datenhistorie.

Wie im Produktionsbereich bietet nun auch in der Verwaltung ein Dashbord auf einen Blick eine Übersicht aller relevanten Schlüsselindikatoren. Das Dashboard dient der schnellen Überprüfung, welche Indikatoren außerhalb unserer Ziele liegen und wo wir unsere Leistung verbessern können.

„Das digitale Office Management ist ein hervorragendes Tool, mit dem wir die OM Meetings praktisch und effektiv durchführen können“, sagt Procurement Manager Jorge Brandão. „Wir können so die durch die Pandemie unterbrochenen Teamsitzungen wieder aufnehmen.“

Die vormals in persönlichen Meetings genutzten OM Tafeln wurden durch das neue Format ersetzt, die Meetings finden nun per BlueJeans Konferenz statt. „Ich denke, auch nach der Pandemie werden wir das digitale Office Management weiter nutzen, ergänzt durch persönliche Meetings“, sagt Armindo Jales, Geschäftsführer Verwaltung und Leiter Finanzen.


22-07-20

Ein Gewinn für unser Unternehmen

Am 25. Juni gab Subaru of Indiana Automotive (SIA) in den USA die Gewinner seiner Zuliefererauszeichnung bekannt. Insgesamt hat SIA 260 Zulieferer. KIRCHHOFF Automotive war einer der ausgewählten Lieferanten, die eine Auszeichnung erhielten.

Das Werk North York in Kanada, das für SIA produziert, wurde dieses Jahr von Subaru für seine harte Arbeit mit Preisen in zwei Kategorien ausgezeichnet: dem Excellent Performance Award und dem Commodity Leader Award.

In der Pressemitteilung von Subaru heißt es: „Unser Erfolg hängt von einem Netzwerk von Zulieferern ab, die uns Qualitätsteile sicher und rechtzeitig liefern", sagte Scott Brand, Executive Vice President bei SIA. „Diese Unternehmen zeigen ein unglaubliches Engagement, Subaru bei der effizienten Herstellung hochwertiger Fahrzeuge für unsere Kunden zu unterstützen".

Die Gewinner wurden in den folgenden fünf Kategorien ausgezeichnet:

  • Besondere Anerkennung - Über den vom SIA-Management geforderten Einsatz hinaus
  • Commodity Leader - Erstklassig bewerteter Zulieferer in der Kategorie Rohstoffe
  • Ausgezeichnete Leistung - Erreichen der SIA-Ziele für Sicherheit, Qualität, Kosten und Lieferung
  • Überragende hervorragende Leistung - Empfänger des Excellent Performance Award für drei und vier Jahre in Folge
  • Präsidial – Empfänger des Excellent Performance Award für fünf Jahre in Folge

Aufgrund von COVID-19 werden die Feierlichkeiten zur Ehrung der Gewinner erst später in diesem Jahr durchgeführt. Die Plaketten werden per Post an die Standorte geliefert.


15-05-20

The New Normal

Der Mund-Nasenschutz ist angelegt und die Hände sind frisch desinfiziert: Der Arbeitstag kann beginnen. So sieht für viele Beschäftigte jetzt der Alltag aus. Um sich selbst und andere vor der Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen, haben wir neue Schutzmaßnahmen an unseren Werken eingeführt. Wie gehen unsere Beschäftigten damit um?

Erik Proháska, Schichtführer Presswerk in Esztergom/Ungarn, sagt: „Zuerst war es schwer, sich an die Maßnahmen zu gewöhnen, aber jetzt nehmen die Beschäftigten sie als selbstverständlich hin. Was den Kolleginnen und Kollegen am besten gefiel, war, dass unser Unternehmen sofort nach dem Ausbruch des Virus Schutzmaßnahmen wie die Verwendung von Desinfektionsmitteln ergriffen hat.“

Teams sind zum Teil aufgesplittet worden, so dass eine Hälfte vor Ort im Werk arbeitet und die andere Hälfte im Home Office, und das im wöchentlichen Wechsel. Weitere Schutzmaßnahmen sind Abstand halten, Türen geöffnet lassen, regelmäßige Reinigung häufig berührter Oberflächen und physische Barrieren wie z. B. Plexiglaswände.

„Seit März arbeite ich zeitweise im Home Office“, sagt Sabine Montenbruck, Assistentin Produktionsleitung in Iserlohn. „Das Arbeiten von zu Hause funktioniert sehr gut. Ich bin dankbar, dass wir diese Möglichkeit haben und dass die IT uns so schnell mit Laptops ausrüsten konnte. Bei meiner ersten Besprechung im Büro war das Tragen der Gesichtsmaske noch etwas ungewohnt. Bei dem zweiten Besuch war es schon fast Routine.“

Mike Walsh, Health, Safety & Environmental Manager in Aurora Corporate/Kanada, erklärt: „Das Beschaffungspersonal hat sich stark dafür eingesetzt, dass wir Gesichtsmasken – wiederverwendbare und Einwegmasken – Handdesinfektionsmittel und Reinigungsmittel bekommen. Jedes Werk hat die Bestände überprüft und ist auf die Wiederaufname des Betriebs vorbereitet.  Allen Beschäftigten, die freiwillig Masken tragen möchten oder die zur Ausführung ihrer Arbeit keinen ausreichenden physischen Abstand einhalten können und deshalb Masken tragen müssen, werden solche zur Verfügung gestellt.“

„Manche Beschäftigte haben noch Schwierigkeiten, den notwendigen Sicherheitsabstand einzuhalten, insbesondere an den Pförtnerhäuschen und den Stempeluhren“, sagt Fábio Valente, Health and Safety Technician in Ovar/Portugal. Auch die Nachweise über die Desinfektion der Arbeitsplätze vor jeder Schicht oder Maschinenbenutzung sei eine Herausforderung. Im Allgemeinen würden die Schutzmaßnahmen aber von den Beschäftigten gut akzeptiert. „Um die Verbreitung von Covid-19 in unserem Unternehmen zu verhindern, muss jeder Verantwortung zeigen. Das ist die Botschaft, die wir allen mitteilen müssen.“

Hugo Ferreira, Global Director KAPS in Ovar/Portugal, arbeitet nach wie vor von zuhause aus. „Für meine Abteilung ist die größte Herausforderung, dass wir nicht reisen und Workshops vor Ort durchführen dürfen. Deshalb machen wir sie online. Ansonsten ist die Umstellung für uns nicht dramatisch. Wir sind es gewohnt, an unterschiedlichen Orten zu arbeiten. Somit hatten wir bereits entsprechende Managementsysteme etabliert, um unsere Teams zu koordinieren.“

„Das Tragen der Masken, die Desinfektion von Händen und Oberflächen wurden sehr leicht zur Gewohnheit. Manchmal vergessen wir, die Masken abzunehmen, z. B. wenn wir ein Glas Wasser trinken oder einfach nur eine Kleinigkeit essen – sie sind bereits ein Teil von uns geworden“, sagt Corina Mandă, Management Assistentin in Craiova/Rumänien.

Thomas Lozinski, Leiter Hot Forming & Trailer Systems im Werk Iserlohn ist optimistisch: „Wir lassen uns den Spaß an der Arbeit nicht verderben und machen das Beste aus der Situation. Wir wissen, dass KIRCHHOFF Automotive gut aufgestellt ist und wir diese schwierige Zeit überstehen werden. Man spürt den Kampfgeist in der Belegschaft und die Bereitschaft, an der Bewältigung der Krise mitzuwirken. Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt im Betrieb sind dabei für alle Mitarbeitenden wichtige Stützen und geben Sicherheit.“

An diesen neuen Alltag müssen wir uns alle gewöhnen. Um uns und andere zu schützen, werden die Maßnahmen wohl noch eine ganze Weile gelten. Aber wir sind zuversichtlich, dadurch gemeinsam zum sicheren Arbeiten in unseren Werken beizutragen.


04-05-20

Langsamer RESTART

Mit eingeschränkter Produktion starten wir in den nächsten Wochen wieder unsere Werke in Europa und Nordamerika. COO Stefan Leitzgen mit einem Überblick zum aktuellen Stand und was wir in den kommenden Wochen zu erwarten haben.

Andreas Heine: Wie sieht der Zeitplan für Europa aus, wann geht welches Werk wieder an den Start?

Stefan Leitzgen: Die ersten Werke sind in der vergangenen Woche wieder angelaufen, weitere folgen dann ab dieser Woche und die letzten hoffentlich ab dem 11. Mai. Allerdings arbeiten wir zu Beginn oft nur einschichtig und das noch nicht einmal an allen Anlagen und über die gesamte Woche hinweg. Zum Beispiel werden wir in Attendorn in dieser Woche auf einer Schicht mit 25 Mitarbeitern starten, normal sind ca. 120.      

Andreas Heine: Man sagt, dass die Entwicklung in Nordamerika gut zwei Wochen zurückliegt. Gilt das auch für den Restart in Kanada, USA und Mexico?

Stefan Leitzgen: Generell ist das so. Der komplette lock down in allen drei Ländern geht noch mindestens bis zum 10. Mai, in Mexiko sogar bis Ende des Monats. Aber auch diese Daten ändern sich fast täglich. Bis auf ganze wenige Ausnahmen plant keiner unserer Kunden mit einem Wiederanlauf vor dem 11. Mai.

Andreas Heine: Wieviel unserer Kapazität werden die Kunden abrufen? Sind die Strategien beim Hochfahren der Automobilwerke ähnlich oder komplett unterschiedlich?

Stefan Leitzgen: Wir erwarten für Mai in Europa maximal 50% des normalen Umsatzes, und das ist schon ein optimistisches Szenario. In Nordamerika rechnen wir mit einem deutlich geringeren Umsatz. Im Grunde planen alle OEM ähnlich. Alle beginnen erst einmal mit einer Schicht und steigern dann Woche für Woche ihre Produktion. Oft laufen die Montagebänder langsamer als vor der Krise, da weniger Mitarbeiter eingesetzt werden. Die Hochlaufgeschwindigkeit ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.  

Andreas Heine: Sind wir überall gut vorbereitet auf den Restart oder gibt es noch besondere Herausforderungen?

Stefan Leitzgen: Alle Werke müssen ein „Return to Work“ Audit durchführen. So prüfen wir, ob alle Covid19 Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt wurden. Und jeder Mitarbeiter weltweit erhält eine Schulung, in der die werksspezifischen Maßnahmen erläutert werden. Ja, ich bin überzeugt, wir sind sehr gut vorbereitet. 

Andreas Heine: Werden unsere neuen verbindlichen Handlungsanweisungen zum Umgang miteinander im Werk in Zeiten von Corona akzeptiert und dort wo schon Mitarbeitende im Betrieb sind auch umgesetzt?

Stefan Leitzgen: In den Werken, in denen schon gearbeitet wird, werden unsere Covid19 Schutzmaßnahmen auch umgesetzt. Natürlich läuft noch nicht alles rund, aber es funktioniert. Vereinzelt gibt es Kritik, zum Beispiel für die Schließung der Umkleiden. Aber es gibt auch Mitarbeiter, die sich für unser umsichtiges Vorgehen bedankt haben. 

Andreas Heine: Gibt es schon Hochrechnungen, wie stark uns der Shutdown als Unternehmen getroffen hat und welche Auswirkungen er auf unser Jahresergebnis haben wird?

Stefan Leitzgen: Es gibt einen ersten Forecast für den Zeitraum von Januar bis Ende Juni. Die Zahlen sind sehr ernüchternd. Um eine Prognose für das gesamte Jahr zu stellen, ist es allerdings noch viel zu früh. Eins ist heute aber schon vollkommen klar: wir werden den Gürtel erheblich enger schnallen müssen.

Andreas Heine: Zurzeit ist es schwer, die vielen Krisenmeldungen täglich zu ertragen. Gibt es etwas, was uns etwas aufmuntern könnte, uns hoffungsvoll in die Zukunft blicken lässt?

Stefan Leitzgen: Ja, unser Geschäftsführungskollege in Rumänien ist zum dritten Mal Vater geworden.

Andreas Heine: Das ist auf jeden Fall eine gute Nachricht, auch von mir noch herzlichen Glückwunsch.


04-03-20

Unser Werk in Gniezno wächst

In nur sechs Monaten wurde letztes Jahr unser Werk in Gniezno, Polen für knapp 2,7 Mio. Euro erheblich erweitert. An dem Standort fertigen wir Produkte für verschiedene VW-Modelle.

Um 2.350 m² wurde die Produktionshalle für komplexe Zusammenbauten und die Logistik vergrößert. Im erweiterten Schweißerei-Bereich sind vor allem Punkt- und MAG-Schweißanlagen untergebracht. Die gesamte Hallenfläche ist damit 7.100 m² groß; rechnet man die Ladestraße (eine 17 m breite Überdachung zum Be- und Entladen der LKW) hinzu, sind es sogar 8.400 m².

Auch die Bürofläche wurde erweitert. Auf 420 m² sind neue Umkleiden, ein Großraumbüro und ein neuer, flexibel nutzbarer Besprechungsraum entstanden.

Der Standort Gniezno wurde 2015 neu gegründet. Die geographische Lage in der Nähe der VW-Werke Września und Posen sowie der attraktive Arbeitsmarkt waren hierbei die entscheidenden Kriterien.


20-02-20

„So schön leise“

FAUN begrüßte am Montag, 17.02.2020, den Europaabgeordneten und Vizepräsidenten der Europäischen Volkspartei (EVP), David McAllister im Werk in Heilshorn. Der Europaabgeordnete traf sich mit der FAUN-Geschäftsführung, dem Osterholzer Bürgermeister Torsten Rohde und Landrat Bernd Lütjen sowie Oberkreisdirektor a.D. Hans-Dieter von Friedrichs, um gemeinsam Strategien zum Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur zu diskutieren, damit die Energieversorgung für einen emissionsfreien Schwerlastverkehrs ermöglicht wird.

Nach der Probefahrt mit dem ROTOPRESS BLUEPOWER, dem mit Wasserstoffbrennstoffzellen betriebenen Müllfahrzeug von FAUN sagte McAllister: „So schön leise.“ FAUN hat den serienreifen Batterie-Wasserstoff-Antrieb entwickelt und baut in diesem Jahr 22 dieser emissionsfreien Fahrzeuge. Basis ist ein Mercedes Benz Econic als Glider, in dem anstatt des Verbrennungsmotors und der Abgasanlage Batteriepakete, Brennstoffzellen und Wasserstofftanks verbaut sind. Die Fahrzeuge werden je nach Einsatzgebiet konfektioniert. Wasserstoff ist ein idealer Träger, das Medium ist leicht und hat eine hohe Dichte, so das längere Einsatzzeiten kein Problem sind.

Für FAUN ist der Wasserstoff die einzig vernünftige Antriebsart. Denn nur so wird ein geschlossener Energiekreislauf ermöglicht. Mit den BLUEPOWER-Fahrzeugen gibt FAUN den Unternehmen hundert Prozent elektrische und emissionsfreie Müllfahrzeuge und Kehrmaschinen an die Hand. Auch die Geräuschemissionen sind marginal, denn alle Aggregate wurden auf leisen und energieeffizienten Betrieb hin optimiert. Mit der durch die Brennstoffzellen aus Wasserstoff hergestellten elektrischen Energie wird nicht nur gefahren, sondern auch alle Aufbaufunktionen betrieben.

Bei der Hausmüllsammlung wird häufig gestoppt, in dicht besiedelten Gebieten alle paar Meter. Mit konventionellen Fahrgestellen wird dabei an den Bremsen viel Energie in nicht weiter nutzbare Wärme umgewandelt, BLUEPOWER-Fahrzeuge speichern diese Energie in den Batterien zur späteren Nutzung. Dadurch benötigt ein BLUEPOWER-Fahrzeug bis zu 40 % weniger Energie, ist CO2- und NOx-frei und emittiert weniger Feinstaub. Damit leistet FAUN einen wertvollen Beitrag zum brandaktuellen Thema Klimaschutz.

Bild: Die Zukunft im Blick, (von links): Matthias Kohlmann (CFO FAUN Gruppe und Präsident der IHK Stade im Elbe Weserraum), Torsten Rohde (Bürgermeister Osterholz-Scharmbeck), Thorsten Baumeister (COO FAUN Gruppe), Bernd Lütjen (Landrat Osterholz), Hans-Dieter von Friedrichs (Oberkreisdirektor a.D.), Burkard Oppmann (Geschäftsführer FAUN Services GmbH), David McAllister, Dr. Johannes F. Kirchhoff (Geschäftsführender Gesellschafter KIRCHHOFF Gruppe), Patrick Hermanspann (CEO FAUN Gruppe)