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Erfolgsbeispiel für Integration

Wie die Integration von Flüchtlingen gelingen und für alle Beteiligten ein Erfolg sein kann, zeigt das Beispiel von Majid Dehsangi. Er ist in unserer Attendorner Einkaufsabteilung beschäftigt und sieht gute Chancen, im Sommer eine Berufsausbildung zu beginnen.

Majid Dehsangi ist 34 Jahre alt und verheiratet, das erste Kind soll in den nächsten Wochen zur Welt kommen. Er ist studierter Ingenieur und hat in seiner Heimat Iran für Siemens gearbeitet. Nun arbeitet er im Einkauf an unserem Standort in Attendorn und sitzt außerdem gemeinsam mit 17- und 18-Jährigen in einem Qualifizierungskurs zur Berufsausbildung in einer Klasse der Berufsschule Olpe. Er hofft, ab August eine Ausbildung zum Industriekaufmann machen zu können.

Was sich vielleicht anhört wie ein beruflicher Rückschritt ist für Majid Dehsangi ein großer Schritt nach vorn: Denn er ist ein Flüchtling, der 2016 aus dem Iran nach Deutschland gekommen ist und alles verloren hat. „Wir müssen unser Leben hier ganz von vorn beginnen. Ich habe nicht mal Zugang zu meinen Dokumenten im Iran. Deshalb möchte ich diese Ausbildung machen, um hier Zeugnisse zu bekommen. Für mich bedeutet das eine zusätzliche Qualifikation.“ Wegen ihres katholischen Glaubens mussten die Dehsangis aus dem Iran fliehen.

Der Anfang in Deutschland war für die junge Familie nicht leicht. Sechs Monate waren sie in einem Flüchtlingscamp in Ibbenbüren. Danach kamen sie nach Helden, lebten zunächst in einem Wohncontainer mit insgesamt 50 Menschen und haben nun eine kleine Wohnung bezogen. In der Dorfgemeinschaft haben sie sich gut eingelebt. „Die beiden wollen sich unbedingt integrieren. Majids Frau war auch mit den Heldener Frauen gemeinsam beim Karneval“, freut sich der Betriebsratsvorsitzende Stefan Klose, der ebenfalls in Helden wohnt und den Kontakt zwischen Majid Dehsangi und KIRCHHOFF Automotive hergestellt hat. Über eine Bekannte, die sich ehrenamtlich engagiert, hat er die Flüchtlingsfamilie kennen gelernt. „Sie sind sehr zielstrebig, wollen hier unbedingt Fuß fassen.“

Seit Dezember ist er nun in unserer Einkaufsabteilung beschäftigt. Bescheiden sagt er: „Ich arbeite hier als Helfer.“ Ein Kollege korrigiert das schnell: „Er ist mehr als ein Helfer. Er macht viele technische Recherchen, erstellt mit unseren Zulieferern zusammen Auswertungen, beschafft Informationen. Im Moment arbeitet er an unserer Zuliefererdatenbank und macht ein Clean-Up. Seine Logistikstudien sind sehr gut und sehr detailliert. Da merkt man, dass er sich als Ingenieur einsetzen kann und trotzdem schon wirtschaftlich denkt.“

Im August möchte er dann die Ausbildung zum Industriekaufmann beginnen. Die Stelle würde KIRCHHOFF Automotive zusätzlich im Rahmen der Flüchtlingsunterstützung schaffen. „Die Ausbildungsplätze sind sonst ja schon ein Jahr vorher vergeben“, erklärt Stefan Klose.

Auch die Kollegen im Einkauf freuen sich über den neuen Mitarbeiter. „Für uns ist die Situation auch neu. Ich habe noch nie näheren Kontakt zu einem Flüchtling gehabt“, sagt einer von ihnen. „Von Majid lerne ich auch etwas über sein Land, er erzählt immer mal wieder was.“ Für ihn ist Majid Dehsangi „ein Paradebeispiel für jemanden, der sich gut integrieren wird.“ Stefan Klose ergänzt: „Er passt außerdem gut in das Philosophiebild von KIRCHHOFF Automotive – der Austausch der Kulturen wird in unserem internationalen Unternehmen groß geschrieben.“

Majid Dehsangi will seine Chance nutzen. „Egal wie schwer dein Leben ist, es gibt immer einen Weg, es erfolgreich zu machen. Die Hauptsache sind Ausdauer und Hoffnung. Ich danke KIRCHHOFF Automotive, dass ich diese Chance bekommen habe.“

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