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Vom Schicksalsschlag zum Spitzensport

Leichtathletin Abassia Rahmani im Messeteam von KIRCHHOFF Mobility

Zuerst dachte sie, es wäre eine einfache Erkältung oder vielleicht auch eine Grippe. Als die 16 jährige Abassia Rahmani dann nach sechs Wochen im Koma wieder aufwachte, hatte sie keine Unterschenkel mehr. Wegen einer schweren Viruserkrankung hatte man sie amputieren müssen, um ihr das Leben zu retten. Heute ist die 23 jährige Schweizerin eine erfolgreiche Spitzensportlerin mit großen Chancen, im Herbst an den ParalympischenSpielen in Rio de Janeiro teilnehmen zu können. Abassia Rahmani wird von KIRCHHOFF Mobility gesponsert. Auf dem Autosalon in Genf hat sie unser Team auf dem Messestand bei der Präsentation unserer umgebauten Fahrzeuge für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen unterstützt.

Red.: Wie haben Sie es nach einem solchen Schicksalsschlag wieder geschafft, das Leben positiv zu sehen?

A. Rahmani: Am Anfang ging es mir sehr schlecht. Ich habe dann Leute gesehen, die es härter getroffen hatte als mich und die total positiv waren und irgendwie hat mich das angesteckt und ich habe wieder 100% gegeben. Zuerst wollte ich auch nicht, dass meine Freunde mich so sehen. Die sind aber trotzdem einfach gekommen. Einmal war ich mit ihnen im Skiurlaub und als ich noch geschlafen habe, haben sie meine Beine draußen in den Schnee gesteckt, was natürlich sehr skurril aussah. Sie haben mich gerufen und gesagt, schau mal und fanden es total lustig. Da wusste ich, sie gehen locker damit um. Das hat mir sehr geholfen.

Red.: Sind Sie jemand anderes geworden?

A. Rahmani: Ich leben mein Leben vielleicht etwas bewusster. Als Mensch habe ich mich aber nicht verändert. Das sagen auch meine Freunde. Sobald man fragt warum, wieso ich, dann geht’s nicht weiter, das führt zu nichts, das führt zu negativen Gedanken, das kann man nicht gebrauchen. Mein Motto ist, nach vorne schauen, alles geben.

Red.: Wie reagieren die Menschen, wenn sie die Sportprothesen das erste Mal sehen, auch hier auf der Messe?

A. Rahmani: Entweder sind die Menschen total begeistert und kommen auf mich zu oder sie bleiben stehen und starren mich an, ohne dass ihnen das bewusst ist. Dann beginne ich zu lachen und die starren immer noch auf meine Beine. Beim Sport zum Beispiel gehen sie sehr offen damit um. Sie sehen, ich bin aktiv, ich verkrieche mich nicht in meinem Schneckenhaus. Aber am besten ist es mit Kindern. Die sind sehr interessiert, sehen mich als Superheldin und fragen, woher hast Du die Beine, ich will auch solche haben.

Red.: Wie sind Sie zum Sport gekommen?

A. Rahmani: Ich habe früher schon immer viel Snowboarden und Leichtathletik gemacht. Als ich dann anfing mit den Prothesen wieder Sport zu machen, habe ich einen Paralympioniken kennengelernt. Der hat mir gesagt, probiere doch mal aus und hat mir die Federn aus Karbon drunter geschraubt. Die fühlten sich sofort super an. Die sind leicht und schnell. Die normalen Prothesen sind eher wie Skischuhe. Meine Freunde und Kollegen beim Sport nennen mich seitdem immer Gazelle.

Red.: Wie war es das erste Mal Auto zu fahren?

A. Rahmani: Als ich mit 18 mein von KIRCHHOFF Mobility umgebautes Auto bekam, war das Freiheit, Selbstständigkeit, das war total cool. Und jetzt bin ich sehr viel unterwegs, allein schon wegen des Sports. Ohne ein für mich umgebautes Auto könnte ich das alles gar nicht machen. Ich trainiere sechsmal die Woche für Sprints und Weitsprung und im Sommer gibt es jede Woche Wettbewerbe in der Schweiz und ganz Europa, da brauche ich mein Auto.

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